Gestaltung zum Thema Licht
Sankt-Christophorus Kathedrale, Roermond/ NL
Internationaler Entwurfwettbewerb für ein Fenster
2010

Formschmelze 2cm stark

"...und ist wie das Licht des Morgens,

wenn die Sonne aufgeht,

am Morgen ohne Wolken,

da wom Glanz nach dem Regen das Gras aus der Erde wächst."

2. Samuel, 23, 4

 

Das Licht steht in der Bibel für das Gute, das Weise, das Bewusste. Häufig symbolisiert das Licht das Leben selbst, die Lebensenergie sowie seine fruchtbare Kraft.

Angedeutete Kornähren synthetisieren die Begriffe Licht und Leben. Ihr Keim durch Licht entfacht, streben die Gräser zum Licht und reichen ihre Früchte dar. Diese werden nähren, zur Erde zurückkehren, den Kreislauf des Lebens schließen.

Die konsequente vertikale Ausrichtung der Gräsern betont das gotische Fenster, welches selbst zum Licht Gottes verweist.

Dazwischen erscheinen Lichtblasen wie eine konzentrierte Energie, die sprudelnd zum Himmel steigt. Sie scheinen sich zu bewegen, dem Rahmen entfliehen zu wollen. Die ovalen Menisken fokussieren das Licht, setzen Akzente in die vertikale Gestaltung, geben ihr Dynamik.

Den Kopf der Gestaltung bilden die griechischen Buchstaben Alpha und Omega im Maßwerk. Sie unterstreichen den göttlichen Ursprung des Lichtes.

Das Fenster besteht aus etwa 20mm starken Tafeln leicht getönten Glases, die durch Absenken mit konkav-konvexen Reliefs gestaltet sind. Die Farblichkeit des Dickglases könnte entweder in goldenem Grüntee-Ton oder in leichtem Grün ausgeführt werden, um der Raum- und Lichtsituation der Kathedrale besser zu entsprechen.

Das Grün - die Farbe der Natur, der Harmonie, des Lebens - wird mit Frühling und Hoffnung verbindet und ist Synonym für den Kreislauf der Natur. Das Gold steht für Weisheit, Klarheit sowie Lebenskraft und spirituelle Entwicklung, symbolisiert die Sonne, ihr Licht und ihre Wärme.

 

Der Verzicht auf traditionelle Mittel der Glasmalerei und die Wahl der monochromen Gestaltung sind eine bewusste Entscheidung. Vielmehr wird als malerisches Mittel das physikalische Phänomen der Lichtbrechung im Glas eingesetzt. Dadurch tritt die Materie Glas in direkten Dialog mit den Lichtstrahlen. Die massiven Tafeln und ihre plastische Gestaltung verstärken zudem die Präsenz des Fensters im Raum. Das besondere Interesse der Künstlerin besteht in der Umkehr der traditionellen Flachglasgestaltung der Kirchenfenstern hin zu einer plastischen, fast skulpturellen Form.